WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

Die Freuden des Alters

Ich hab gedacht, das passiert mir nie mehr - und jetzt ist es doch passiert: Ich habe mich verliebt. Das ist zwar schön, aber auch irgendwie peinlich - ich bin doch aus dem Alter schon heraus, wo man auf rosa Wölkchen schwebt ...

Schreibt die 71-jährige Renate an die Sex-Kolumne "Liebes Leben" in Ihr Einkauf. Die Antwort:

Vielleicht können Sie die Vorteile Ihres Alters nutzen: Sie müssen niemandem mehr etwas beweisen, sind keinem Rechenschaft schuldig (keiner mehr da, der mahnend auf die Uhr schaut, wenn es wieder später geworden ist ...), und wenn Sie mal aus purer Freude etwas "Verrücktes" anstellen, so werden sich die Rechthaber unter den Mitmenschen nicht mehr die Mühe machen, Sie zu tadeln - und die anderen, die mit den offenen Herzen, werden leise lächelnd hoffen, irgendwann auch mal so zu werden wie Sie.

Ob es wirklich das war, was Renate hören wollte?

Mann mit Eigenschaft

Wäre er kein Sozialdemokrat, wäre er jetzt zufrieden.

Die Wiener Bezirkszeitung gratuliert Johann Hatzl zum 60. Geburtstag. Von dem Mann wird übrigens auch in Zukunft noch zu hören sein:

Erst in ein paar Jahrzehnten wird das Gerücht bestätigt werden, dass Johann Hatzl in seiner Eigenschaft als Energiestadtrat mit dem Stromabschalten gedroht hatte, als einmal eine ganz wichtige SPÖ-Entscheidung gekippt werden sollte.

Nabel des Grauens

Der verrückte Plot, in dem sich alle Damen (in lustvoller Outrage) als veritable Luder herausstellen, könnte von Agatha Christie sein: In der totalen Abgeschiedenheit einer eingeschneiten Villa wird ein ermordeter Mann - der Hausherr - zum schmutzigen Nabel einer Weiberwelt aus Intrigen, Hass, sexuellen Abgründen, Geldgier.

Rudolf John über "8 Frauen".


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