Unser Mann in Taipeh

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

FILM Ein österreichischer Spielfilm nähert sich dem Fernen Osten mit schmalem Budget, subjektiver Kamera und erfrischend unprätentiös. MICHAEL LOEBENSTEIN

Lost and Found" beginnt mit einer langen statischen Aufnahme der chinesischen See. Als sich die Kamera schließlich nach einer Weile bewegt, wird im Gegenlicht das Videokorn sichtbar, der Schwenk selbst ist mechanisch und unflüssig. Dieser "Mangel" erweist sich in der Folge jedoch als Programm: "Lost and Found", auf Video gedreht und erst später auf Zelluloid ausbelichtet, macht die Unzulänglichkeiten seines Mediums zur Methode, bleibt auch innerhalb seiner Spielfilmhandlung dezidiert ein Video, indem der Film seine Erzählung als das elektronische Tagebuch seines Protagonisten ausgibt. Der gebürtige Innsbrucker Caspar Pfaundler ist nicht nur Regisseur, sondern gleichermassen Autor, Kameramann und Darsteller seines fiktiven Alter Egos: eines untersetzten Wiener Angestellten namens Sternfeld, der mit einer Videokamera ins ferne


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