OHREN AUF!

Nach dem Abriss

Kultur | ANDREAS FELLINGER | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

OHREN AUF!

Nach dem Abriss

Endlich ist wieder Platz. Freilich nicht ohne vorherigen Rundumschlag. Erst musste John Zorn alle Protzbauten der Jazz-Tradition niederreißen, um danach den geradlinigen Swing mit seinem Masada-Ensemble zu kultivieren. Erst schoss Peter Brötzmann mit "Machine Gun" den alten Quargel über den Haufen, bevor er an die Neustrukturierung möglicher Musiken einen Gedanken verlor. Erst torpedierte Otomo Yoshihide mit Ground-Zero (der Begriff geistert wieder herum, die Band nicht mehr) die Stagnation des Jazz-Grals, um die gewonnene Freifläche konstruktiv zu nutzen. Und erst verminte die Combo ZU den landläufigen Jazz made in Italy mit scharfer Punk-Munition, assistiert von Guerilleros wie Eugene Chadbourne, NoMeansNo und The Ex, ehe sie aus den Trümmern neue Gebilde von eklatanter Schönheit schuf. Wir lernen: Ohne das eine ist das andere nicht zu haben.

Lässt man Zorn beiseite, von dessen Publikationswut es schier pausenlos zu berichten gäbe, stechen drei neue CDs


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