Schlaflos unterm Prückel

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 38/02 vom 18.09.2002

BÜHNE Hermes Phettberg hat die Form seines Lebens gefunden: In seiner neuen Anti-Show liegt er im Bett und lässt sich beim Denken zuhören. WOLFGANG KRALICEK

Hermes Phettberg selbst würde nie zu einem wie Hermes Phettberg ins Theater kommen. "Sich dem Terror eines anderen Kosmos auszuliefern, ist fürchterlich für mich. Ich hab jedes Mal schwere Depressionen, wenn ich wo hingeh." Mit Schrecken erinnert sich Phettberg an einen Jahre zurückliegenden Besuch im Rabenhof (man gab das Musical "Cigarettes in Vienna"), als er nach zwanzig Minuten in tiefer Verzweiflung aus dem Theater schlich. Danach kaufte er für 150 Schilling Schokolade und versuchte vergeblich, einen Menschen anzurufen, der ihn retten würde. "Das war wahrscheinlich der schrecklichste Tag meines Lebens."

  Schlimm war auch, wie Phettberg sich einmal in Wien einen Zahn reißen ließ und er dann kein Geld mehr für die Heimfahrt nach Unternalb hatte. Stundenlang stand er mit quälenden Zahnschmerzen autostoppend an der

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