Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

... zeichneten die "türkischen Tschuschen" Comics.

Die "türkischen Tschuschen" sind Hakan Gürses und Fatih Aydogdu, zwei junge Grafiker aus Istanbul, die nach der Machtübernahme durch die Militärjunta ihre Heimat verlassen haben und seither in Wien leben. Bis vor kurzem waren beide für die grafische Gestaltung der türkischen Comiczeitung Karagöz verantwortlich, die von den Herausgebern des in ganz Europa vertriebenen Pro-Evren-Magazins Gurbet finanziert und daher auch inhaltlich kontrolliert werden sollte. Da Letzteres mit der politischen Haltung der beiden Zeichner nur schwer in Einklang zu bringen war, kam es ständig zu inhaltlichen und finanziellen Auseinandersetzungen, bis die Medieninhaber schließlich kurzfristig auf eine weitere Mitarbeit von Gürses und Aydogdu verzichteten und die Zeitschrift nach nur zwei Pilotnummern im Frühjahr bis auf weiteres einstellten. Seither sucht Gurbet nach einer neuen Karagöz-Besetzung - mit etwas engeren Vorstellungen von den ideologischen Freiräumen eines Satiremagazins -, und die beiden "türkischen Tschuschen" nach einem neuen Arbeitsplatz. Dabei finden sie Gelegenheit, die weltbekannte Ausländerfreundlichkeit dieser stimmungsvollen Stadt und ihrer liebenswerten Bewohner täglich neu zu entdecken und zu erleben ...


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige