Demokratie oder was?

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Das deutsche Beispiel zeigt: Man sollte wissen, was man wählt. In Österreich sieht man das anders.

Wahlzeit, Qualzeit, Ritualzeit. Im ORF saßen Redakteure unserer Zeitungen, Chefredakteure gar, und redeten über die deutschen Wahlen. Sie gingen meist von nicht ganz richtigen Voraussetzungen aus, aber dafür konnten sie nichts, das Wahlergebnis stand erst in den frühen Morgenstunden fest. Wer über Kabel oder Satellit die Wahlberichte der deutschen Sender verfolgte, wunderte sich auch über die Berichte des ORF: Dort tat man noch so, als hätten mal die SchwarzGelben, dann die Rot-Grünen geführt und als hätten die beiden einander bei diesem Kopf- an Kopf-Rennen ständig abgelöst. In Wahrheit hatte nur die ARD (länderdominiert, also eher schwarz) anfangs noch einen Kanzler Stoiber auf dem Programm, alle anderen, das ZDF und auch die Privaten, sahen ziemlich von Anfang an Rot-Grün vorn, wobei alle Umfragen stets unter Vorbehalt publiziert wurden. Einen ständigen


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