DER FPÖ-STREIT

Zwischen Knittelfeld und Oberwart

Politik | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

Monatelang hatte der Konflikt zwischen Jörg Haider und den FPÖ-Ministern in Wien geschwelt, Anfang September eskalierte er: Von Haider aufgestachelt, unterschrieben 400 Delegierte für einen Kurswechsel der FPÖ-Politik. Die Forderungen der Aufständischen: Steuerreform statt Abfangjäger, ein Veto gegen den EU-Beitritt Tschechiens, sollten die BenesÇ-Dekrete aufrechtbleiben, und - obwohl nicht ausgesprochen - die Rückkehr Haiders an die Parteispitze. Die Regierung hingegen hatte die Steuerreform unter dem Vorwand des Hochwassers verschoben, hielt am Abfangjägerkauf fest und nahm das Wörtchen "Veto" nicht in den Mund.

  Bei einem Treffen in Knittelfeld schlug sich Haider auf die Seite der Rebellen. Vizekanzlerin und Parteichefin Susanne Riess-Passer erklärte ihren Rücktritt, Haider wurde als neuer FP-Chef designiert. Doch dann kniff der Bärentaler - er hatte nicht mit erbittertem Widerstand seiner parteiinternen Gegner gerechnet. Der Sonderparteitag in Oberwart sollte nun die Versöhnung bringen. Als Kompromisskandidat wurde Infrastrukturminister Mathias Reichhold zum Obmann gekürt.


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