"I kann ja was herzeigen"

FPÖ Mathias Reichhold hat Jörg Haider gedient und gehuldigt. Fast zwei Jahrzehnte lang. Nun muss er seinen Übervater verstoßen, will er die FPÖ erneuern. Doch ist das dem "ewigen Platzhalter" zuzutrauen? 

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

Sie fanden ihn tot, mit einem Strick um den Hals. Die Volksschule der kleinen Kärntner Doppelgemeinde Launsdorf/St. Georgen am Längensee hatte ihren Lehrer verloren. Und der junge Bauer Mathias Reichhold sein Vorbild. Was den Mann in den Selbstmord getrieben hat: Weil er kein rotes Parteibuch besaß, war er im Ort vernadert und als Direktor verhindert worden. Erzählt Reichhold. "Wir haben alle so lange zugeschaut, bis er sich aufgehängt hat", macht er sich noch Jahre danach Vorwürfe.

  Die Geschichte lässt Mathias Reichhold bis heute nicht los. Zuletzt gab er sie am Parteitag vergangenen Samstag zum Besten. Da hielt der heute 45-Jährige seine Antrittsrede als neuer Chef der FPÖ. Als Kronzeuge gegen den allmächtigen Proporz musste der tote Lehrer her. Obwohl ihn Reichhold damals doch noch gerächt hat. Zusammen mit der ÖVP warf er den Bürgermeister aus dem Gemeindeamt. Der war nämlich ein Sozi.

  Gemeinsame Feinde verbinden. Und so ist Reichhold Feuer und Flamme, als ihn Jörg


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