Tiefe Einblicke

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

POLIZEI Wie sich Polizisten gegenüber dem Vorwurf rechtfertigen, ein Mitglied des Menschenrechtsbeirates nackt ausgezogen und erniedrigt zu haben. 

Bülent Öztoplu gilt als Ehrenmann. Mehrfach wurde sein Integrationsprojekt Echo für Kids der zweiten Generation mit Staatspreisen ausgezeichnet. 1999 wurde er vom Innenminister zum Mitglied des Menschenrechtsbeirates ernannt. Er war der erste Türke, dem es gestattet wurde, Wachzimmer unangemeldet zu inspizieren. Unter anderem das Kommissariat im siebten Bezirk.

  Vor einem Jahr musste Öztoplu vor den Polizisten dieses Kommissariates buchstäblich die Hosen runterlassen und, so das Protokoll, "die Backen auseinander ziehen". Er wurde, behauptet er, als "Drecksack" beschimpft. Ein Anwalt wurde ihm verweigert. Man hielt ihn für einen Polizistenmörder. Nun nimmt sich der Unabhängige Verwaltungssenat der Affäre an. Wollte man sich da an einem Kritiker, noch dazu einem Ausländer, rächen?

  Die Vorgeschichte: Im Herbst vergangenen Jahres


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