Fernsehen

Medien | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

Alle lieben Assinger, schreibt tv-media. Aber interessant, ich kenne niemanden, der Assinger liebt. Kein Wunder, wenn man sich anschaut, wie er die ohnehin öde "Millionenshow" noch trister gemacht hat: Braun gebrannt und mit geistlosem Dackelblick (die gerunzelte Stirn soll wohl angestrengtes Denken simulieren), bettet der Mann mit dem unerträglich breiten Kärntner Dialekt dort seine faden alten Skifahrer-Kalauer herunter. "Do gehts schnell obwärts wia in da Mausefalle auf da Streif" oder "Jetzt mochts scho an schweren Schnolzer", warnt er die Kandidaten, mit denen er auf netter Onkel aus Kärnten macht. Seine Witze und seine Sprache sind dabei von einer derart holzschnittartigen Derbheit, dass sogar Landsleute wie ein netter junger Klagenfurter Kandidat irritiert sind. Obwohl man Armin Assinger ein gewisses Showtalent schon zugestehen muss - seine knallharte Bauernschläue und sein völlig hemmungsloser Umgang mit der Kamera zeigen klar: Da ist einer, der hat keinen Genierer. Das bringt Quote: Ein Land, das scharenweise zu "Poppitz" ins Kino läuft und "Julia - eine ungewöhnliche Frau" zu seiner Lieblingsserie erkoren hat, hat Armin Assinger echt verdient.

JULIA ORTNER


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