Blöd vor Liebe

Kultur | TOBIAS HEYL | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

LITERATUR Wer Kunstgeschichte studiert, will auch nur Sex: Hans-Ulrich Treichels Roman "Der irdische Amor". 

Die kunsthistorischen Seminare gelten gemeinhin als die Zentren des erotischen Lebens einer Universität: Junge Damen werden dort vermutet, die sich der ästhetischen Bildung widmen, weil sie aus diesem oder jenem Grund auf schnödes Karrieredenken verzichten können. Es ist hier nicht der Ort, den Wahrheitsgehalt dieser Unterstellung zu überprüfen, hier geht es nämlich um Ulrich Treichels neuen Roman. Dessen Held Albert hat sicher nicht zufällig Kunstgeschichte inskribiert, denn er ist ein erotischer Unglücksrabe, dessen sexuelle Bedürfnisse in einem eher ungünstigen Verhältnis zu ihrer Befriedigung stehen.

  Dabei hat er früh mit den Frauen angefangen, war vom Internat geflogen, weil er mit einer Mitschülerin erwischt worden war, und da er ungefähr um diese Zeit beginnt, Kropotkin und Wilhelm Reich zu lesen, dürfen wir die nicht ausdrücklich datierte Handlung in


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