"Erwachsene sind peinlich"

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

THEATER Das Theater der Jugend und das Festival szene bunte wähne wollen das Kinder- und Jugendtheater aus der Märchenecke holen. 

Warum bist du hier, Dvori? "Weil die mich vergewaltigt haben." In Springerstiefeln und Minirock steht Dvori vor dem Richter und gibt Antwort. "Damals war ich 14 Jahre und 10 Monate alt." Mit diesem knappen Dialog beginnt das Stück, dann spielen Dvori und ihre Vergewaltiger auf der Bühne noch einmal durch, was sich an jenem Tag auf dem Kinderspielplatz zugetragen hat. Sie lassen keine Peinlichkeit aus, sie sprechen in breitem Schweizerdeutsch deutlich aus, was "huregeil gsi is" und was nicht. Präzis und mit körperlicher Vehemenz entfalten die jungen Darsteller ein Machtspiel, wie man es nicht allzu oft sieht: beeindruckend viel Theatralität, verwirrend viel Brutalität - und kein moralisch erhobener Zeigefinger weit und breit. Eine Studie über Vergewaltigung, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht: Zu sehen war "Die Schaukel", ein Jugendstück,


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