stadtrand

Dieb, Gsindl!

Stadtleben | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

Letzthin wurde ich, so ganz nebenbei, zum Schwerverbrecher. Tatort und -zeit: ein Großkaufhaus mit Elektroartikeln auf der Mariahilfer Straße, Mittwoch vergangener Woche, kurz nach 13 Uhr. Nur schnell rein in das Geschäft, einen Film kaufen, dann wieder schnell raus, zurück ins normale Leben. Nix da: Nach dem Zahlen schlägt die Ach-da-hat-einer-was-geklaut!-Anlage bei der Kassa an, beim Passieren der Diebstahlsicherung ein furchtbares Geheul. Jede Bewegung im Geschäft, so denkt sich mein roter Kopf, ist mit einem Schlag eingefroren, alle starren sie mich an: Dieb, Schmarotzer, Gsindl! Die raunzige Kassierin brüllt, immer noch läutet der Atombomben-Alarm, "Stopp!", schon steht der Riesenkasten vom Security-Personal vor einem. Die Taschen kontrolliert, in den Rucksack hineingeschaut, ach, Sie müssen entschuldigen, manchmal passieren Fehler bei der Alarmsicherung. Vielleicht war es das Mobiltelefon. Die Kassierin und ihre große Security-Bulldogge nicken zufrieden, auf Wiederschaun. So ein Spaß! Ich bin ab jetzt gewappnet. Sollte mich eine Alarmanlage wieder zum Schwerverbrecher machen, schlage ich zurück: Das kann nur mein Maschinengewehr im Rucksack sein. Auf Wiederschaun! Wo.P.


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