Noch einmal mit Gefühl

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

ECHTE WIENER Sie singen uralte Lieder von Liebe, Tod, dem Herrgott, dem gutem Papperl und dem feinen Glaserl Wein. Die letzten echten Wienerliedsänger leben in ihrer kleinen Welt, wo es viel Schmalz, aber keinen Kitsch gibt: Leute wie Kurt Girk, der Frank Sinatra von Ottakring. Wie wienerisch sind die letzten echten Wiener wirklich? JULIA ORTNER

Für große Gesten und echtes Pathos ist in der kleinen Ottakringer Gemeindebauwohnung nicht so wirklich Platz, da würde sich Kurt Girk irgendwo zwischen rosa Tüllvorhängen, bunten Polstermöbeln und schweren Einbauschränken verheddern. Deshalb hält er sich daheim mit seiner Spezialität, dem mit Inbrunst vorgetragenen echten alten Wienerlied, etwas zurück. Girk spart sich seine großen Gesten für die diversen Vorstadtwirtshäuser, Heurigen und Liederabende, wo der 70-Jährige noch immer regelmäßig auftritt. "Des Singen ist mein Leben, des mach ich, solang mir die Leute nicht zurufen: Halt doch endlich die Goschn", sagt der alte grauhaarige


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