Schnitzeljagd per Satellit

Stadtleben | THOMAS PRLIC | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

FREIZEIT Geocaching ist eine Art Schatzsuche per GPS, eine Schnitzeljagd für große Pfadfinder. Der Wiener Schatz wartet in der Nähe der Jubiläumswarte darauf, gehoben zu werden. 

Ottenthal liegt zwischen Neudegg und Oberstockstall. Im kleinen niederösterreichischen Ort riecht es nach Mist, die Nachmittagssonne taucht die Häuschen entlang der Landstraße in warme Farben; Landidylle. Michael Tauchner ist zum ersten Mal in Ottenthal. Der Wiener ist hier, um einen Schatz zu finden. Jemand hat eine Kaffeedose wasserdicht in ein schwarzes Plastiksackerl verpackt und hier in der Nähe versteckt - auf 48° 29.085 nördlicher Breite und 15° 53.567 östlicher Länge. Wie der 28-jährige Maschinenbauingenieur dorthin gelangt, weiß er noch nicht. Der tragbare GPS-Empfänger in seiner Hand soll ihm den Weg weisen.

  Was Tauchner betreibt, nennt sich "Geocaching" und ist so etwas wie eine Schnitzeljagd fürs Telekommunikationszeitalter. Der Clou dabei: Der Schatzjäger weiß nur die Koordinaten


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