Auch ich war ein Biofreak

Extra | aus FALTER 39/02 vom 25.09.2002

Ob biologische Waren oder exotische Spezereien - Wien ist seit einigen Jahren ein Ort, der kulinarisch kaum mehr Wünsche offen lässt. Die Stadt hat sich zur Gourmetmetropole entwickelt. Kaum zu glauben, dass dies vor zwanzig Jahren noch ganz anders war. Erinnerungen von einem, der miterlebt hat, wie Wien zu seinen neuen Genüssen gekommen ist Text: Christian Zillner

E s begann mit Ludwig. Ich suchte damals, 1981, eine Unterkunft in der Stadt, und er bot mir ein Zimmer in seiner Wohnung in der Mohsgasse an. Wir waren beide Vorarlberger, aber das besagt ungefähr so viel, wie wenn man über Paschtunen, Tadschiken, Usbeken, Hazara und Aimak sagt, sie seien Afghanen. Ludwig wäre den Hazara, ich aber zugewanderten Persern zuzuschlagen gewesen. Unseren Wiener Mitmenschen freilich erschienen wir - um im aktuellen Vergleich zu bleiben - wohl eher als Taliban. Wir trugen keine Waffen, aber unsere wilden Blicke machten das mehr als wett. Es gab keine Scheich-Omar-ähnliche Gestalt in Wien, der


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