WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

WAS WAR

Kraftprotz Reichhold Beinahe wäre er wieder da gewesen. Kaum war Mathias Reichhold Chef der "Haider-losen" FPÖ, wurde Jörg Haiders Kandidatur für die Nationalratswahlen am unwählbaren letzten Kärntner Listenplatz ruchbar. Doch Reichhold schritt ein. Er benötigte nur eine knappe Woche samt abschließender sechsstündiger Sitzung, um Haider von seinem Plan abzubringen. Reichhold beinhart: "Ich halte es für großartig, was der Jörg da gemacht hat." Wenn sich der neue Boss schon bei essenziellen Fragen wie symbolischen Kandidaturen so eindrucksvoll durchsetzt, wird es für ihn sicher ein Kinderspiel, Nebensächlichkeiten wie die Osterweiterung gegen Haider durchzubringen.

WAS KOMMT

Knallroter Autobus Mit einem Doppeldecker-Bus wird SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer ab dem 11. Oktober 45 Tage lang durch Österreich tingeln. Für Wahlkampfpausen gibt es im Gusi-Mobil sogar zwei Schlafkojen. Auch wird der rote Spitzenkandidat seine vier "Kompetenz-Teams" - für Wirtschaft, Soziales, Bildung und Gesundheit - vorstellen. Das lange angekündigte Schattenkabinett wird also durch Expertenrunden ersetzt. Unterdessen ärgert sich die Wiener ÖVP über den SPÖ-Wahlcontainer neben dem Burgtheater: "Er verschandelt nicht nur das Stadtbild, sondern nimmt auch Parkplätze weg. Die SPÖ zahlt für das Aufstellen bloß 2,9 Euro pro Quadratmeter und Monat."

WAS FEHLT

Ein fescher Tiroler Seit Monaten beschwört Andreas Khol schon die angebliche Gewaltbereitschaft der Grünen. Vergangene Woche lieferte der ÖVP-Klubobmann ein neues Argument, das potenzielle Wähler der Öko-Partei verschrecken soll. Über künftige grüne Regierungsmitglieder spekulierte Khol folgendermaßen: "Zum Beispiel die wunderschöne Eva Glawischnig, die aber genauso radikal marxistisch" sei wie der grüne Abgeordntete Karl Öllinger. Ob die jüngste Strategie des nicht ganz so wunderschönen Tirolers tatsächlich aufgehen wird?


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