"Kunst allein ist fad"

Politik | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

GRÜNE. Ob als Künstler, Kritiker oder Kurator - Wolfgang Zinggl eckt an. Nun will der Polemiker für die Grünen ins Parlament einziehen.  

Dieser Mann passt ins Parlament. Nicht deshalb, weil er viele Jahre lang im Falter Kunstkritiken geschrieben hat, sondern weil er der landläufigen Vorstellung eines Vollblutpolitikers entspricht: volkstümlich im Erscheinungsbild, polemisch im Argument, ruppig in der Wortwahl - und das nicht nur dem politischen "Feind", wie der schwarz-blauen Regierung, gegenüber, deren Kulturpolitik er als "unappetitlich" verdammt. Auch der deutsche Regisseur Christoph Schlingensief, nicht gerade ein Reaktionär, bekam als "Rattenfänger" schon sein Fett ab. Sein liebstes Hassobjekt überhaupt ist "der satte Malerfürst".

  Seit einiger Zeit versucht der 38-jährige Künstler Wolfgang Zinggl, sein Mundwerk im Dienste der Grünen einzusetzen. Erst hat er der Partei ein Kulturprogramm geschrieben, dann setzte er sich für sie in den Stiftungsrat, das Aufsichtsgremium


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