Urlaub hinter Gittern

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

JUSTIZ. Einem Kurden mit österreichischem Pass droht die Auslieferung von Bulgarien in die Türkei. Müssen politisch Verfolgte fürchten, abgeschoben zu werden, sobald sie außerhalb Österreichs Urlaub machen? 

Am Flughafen Schwechat war die Welt noch in Ordnung. Als der Kurde Mustafa A., der gemeinsam mit seinen Freunden eine Woche Urlaub machen wollte, kurz darauf im bulgarischen Varna durch die Passkontrolle ging, hieß es plötzlich "Passport Problem". "Wenige Minuten später wurde er verhaftet", erinnert sich ein Freund. Seitdem sitzt Mustafa A. in einem bulgarischen Gefängnis.

  Mustafa A. ist Kurde und stammt aus der Türkei. 1980, kurz nach dem Militärputsch, kam er nach Österreich. Zuvor war der damals 17-Jährige zwei Jahre in Haft gesessen. Er hatte in der Türkei an Demonstrationen teilgenommen und wurde von der Polizei beschuldigt, an einem Anschlag, bei dem eine Person starb, beteiligt gewesen zu sein. Verurteilt wurde er jedoch nicht. "Es gab einen Zuständigkeitsstreit


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige