FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

Noch einmal zum Mitschreiben für ATV: "Mörtel, Mausi und Moneten" ist keine Reality-Soap. Richard Lugner ist nicht so jenseits wie Ozzy Osbourne, eine Aneinanderreihung fader Beiträge über den Baumeister ist nicht das Gleiche wie die knallharte MTV-Real-Soap über den würdelos alternden Rockstar und seine wohlstandsverwahrloste Sippe. Als Auskenner in Sachen Pseudorealität fühlt man sich direkt verarscht von den harmlosen Lugnereien, die ATV täglich im Boulevard-Magazin "Check it" als Richies wahres Leben verkauft. "Richie Rich", wie sie ihn nennen, beim Friseurbesuch in der Lugner-City, beim Merkur in der Lugner-City, beim Prolohändeschütteln in der Lugner-City, beim Angestelltenanbrüllen in der Lugner-City-Garage. Dafür werden realistischere "Richie schimpft Mausi"-Passagen durch öde Off-Texte wie "Mörtel hat anscheinend betonharte Worte verwendet" ersetzt: Scheiße, das will echt keiner sehen. Bleibt der komische Eindruck, dass Lugner von der täglichen PR wieder einmal profitiert, mehr als ATV von der guten Quote. Wir wollen ja nicht annehmen, dass Richie den knapp budgetierten Sender für die feine Werbestrecke bezahlt hat.


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