Kommentar: Kunststücke statt Sendeflächen!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

Es soll Leute geben, die mit Leuchtstift die TV-Zeitschriften durchforsten, die interessantesten Sendungen markieren und dann ihre zwei Videorecorder programmieren, um ja nichts zu versäumen, was sie geistig weiterbringt. Ich muss gestehen, dass ich diesem strahlenden Typus des mündigen Konsumenten nicht zuzurechnen bin. Als ich also letzte Woche in die große Abgesangssendung der "Kunststücke" zappte, war das eher zufällig geschehen. Aber sofort wurde ich an die guten, alten "Kunststücke"-Zeiten erinnert. Zum einen durch die Wiederholung einer legendären projekt-x-Folge, für die die Sonne persönlich zum Talk vor die Kamera geladen wurde, zum anderen durch die kaum weniger legendären Programmübersichtsbeiträge, in denen dem mündigen TV-Konsumenten mitgeteilt wird, dass in etwa um zwanzig vor zwei in der Früh ein unglaublich witziger, preisgekrönter Zwei-Minuten-Animationsfilm zu sehen sein wird.

Wenn jetzt Tausende Menschen eine Petition gegen die Einstellung der "Kunststücke"


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