Herzensangelegenheiten

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

MUSIK. Beck Hansen setzt seinen stilistischen Zickzackkurs fort und gibt auf "Sea Change" den emotionalen Songwriter ohne ironische Doppelbödigkeit. 

Die so genannte "Generation X" der schlauen, aber orientierungslosen Twentysomethings hat sich in der ersten Hälfte der Neunziger als ein relativ kurzes Strohfeuer subkultureller Identitätsmodelle entpuppt. Wirklich überraschend kam das nicht, denn im Vergleich mit historischen Jugendkulturvorläufern stand der durchschnittliche Slacker in seiner Mischung aus Emotionalität und verkiffter Lethargie dem Hippie ja schon immer näher als dem Punk. Dementsprechend leicht fiel die spätere Integration ins gesellschaftliche Gefüge: Hatte sich der junge Mensch erst seine Slacker-Hörner abgestoßen, die einstige Haltung zum kulturellen Kapital umformuliert und die allgemeine Heilslehre der bunten Warenwelt akzeptiert, stand einer Karriere im Medien-, Werbe- oder IT-Bereich nichts mehr im Weg.

  Beck Hansen hat sich diesem Schicksal einer umgehenden


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