Kein Krampf

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

THEATER. George Taboris Farce "Mein Kampf" wird jetzt am Originalschauplatz gespielt: im Männerwohnheim in der Meldemannstraße, wo der junge Maler Adolf Hitler seine Wiener Jahre verbrachte. 

Es ist 19.45 Uhr, auf dem Fernsehbildschirm läuft gerade die "ZiB 1". Zumindest in seinen TV-Gewohnheiten unterscheidet sich der Durchschnittsösterreicher nur wenig von den Bewohnern des Männerwohnheims in der Meldemannstraße, das einige Bekanntheit dadurch erlangte, dass der junge Adolf Hitler hier von 1910 bis 1913 wohnte. Ein paar Unterschiede gibt es freilich doch: Beachtliche Rauchschwaden verhängen den Raum, und in der Ecke steht ein Einkaufswagen mit leeren Bierdosen. Während ein Teil der Männer wie immer im Raucherzimmer fernsieht, gehen nebenan im "Pavillon" - dem weniger frequentierten "Nichtalkoholikerraum", der hin und wieder auch zum Beispiel für Tischtennisturniere genutzt wird - seltsame Dinge vor sich. In ein Haus, das ansonsten eine kleine, geschlossene Welt für sich darstellt,


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