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Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

FILM. In Steven Spielbergs "Minority Report" flüchtet Polizist Tom Cruise vor einem totalitären Kontrollsystem, dem er selbst gedient hat. Science-Fiction erweist sich dabei als Erinnerung an die Gegenwart der USA. 

Wäre "Minority Report" ein Genrefilm, dann könnte man ihn als Science-Fiction-Krimi bezeichnen. In der Science-Fiction geht es um Zukunft. In einem Krimi - es wäre Spielbergs erster seit seiner "Columbo"-Episode von 1971 - geht es um Vergangenheit, um Bearbeitung von Spuren eines Verbrechens. In "Minority Report" geht es um beides, um Zukunft, um Vergangenheit - und deren Umarbeitung ineinander, denn: Dies ist kein Genrefilm, sondern ein Blockbuster.

  Das flapsige Urteil, heutige Blockbuster seien von ihren Trailern kaum zu unterscheiden, ist nicht so falsch: Wie Trailer bieten auch Blockbuster spektakuläre Bilder, deren Erzählzusammenhang instabil ist. Ein Trailer ist die Vorschau auf den Film in Form einer antizipierten Erinnerung an ihn, die diffus und traumartig


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