"Nettigkeit ist der Feind"

Kultur | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

LITERATUR. Ein letztes Mal verschafft John Updike seinem berühmten Helden Rabbit einen Auftritt: Noch als Toter beeinflusst dieser das Leben seiner Hinterbliebenen.  DANIEL KEHLMANN

Eines der besten Bücher John Updikes, herausgegeben von der University of Mississippi, enthält seine gesammelten Interviews. Nicht trotz, sondern gerade weil Updike ein entschiedener Gegner dieser Gattung ist - er nennt sie "eine verachtenswerte Halbform, wie Maden" -, wurde er zu einem ihrer Meister. Es fällt einem kein anderer ein, der sich mit solcher Wendigkeit und Selbstironie durch die Labyrinthe einander immer ähnlicher Journalistenfragen bewegen könnte. Von Dick Cavett auf CNBC provokativ befragt, ob Freud nicht bloß ein weiterer toter weißer Mann des westlichen Kanons sei, antwortet er: "Das ist er, und viele von uns werden es sein."

  Ein Schriftsteller, so erklärte Updike einmal, solle nicht an der Universität unterrichten, diese Tätigkeit korrumpiere ihn, ein Universitätslehrer bekomme

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