SPIELPLAN

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater, und dort wird Ihnen weisgemacht, dass Sie eigentlich im Kino sind. Bloß ist - leider, leider - die Filmrolle von "Frankenstein" nicht rechtzeitig angekommen, weshalb ihn nun der Filmvorführer und der Kinobesitzer nachspielen werden. Höchstpersönlich. Schließlich kennen die beiden die Geschichte in- und auswendig. Und dann zeigt das Duo Steinböck und Rudle in der Kulisse, wie gut sich ein alter Horrorklassiker doch als Kabarettvorlage eignet. Die beiden schlüpfen mit pantomimischem Geschick und bravouröser Travestie in alle Rollen. Eine schlichte Holzleiter, auf der sie mit akrobatischem Wagemut herumturnen, genügt, um Dr. Frankensteins Labor ziemlich glaubhaft auf die Bühne zu bringen. Erstaunlich, wie der "klane" Angestellte und sein jähzorniger Chef die Zuschauer für sich einnehmen, sodass selbst etwas eigenartige Publikumsbeschimpfungen mit herzhaften Lachern bedankt werden. Zwei Stunden pure Spiellust, die gute Laune verbreitet.


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