Fragen Sie Frau Andrea: St. Germain

Stadtleben | aus FALTER 40/02 vom 02.10.2002

Liebe Frau Andrea,

wir haben die "öffentlich-rechtlichen" Sender und die "privaten". Was bitte genau bedeutet das "rechtlich", und warum sind die Privaten nicht rechtlich (unrechtlich)?

Viele liebe Grüße,

Sylvia Olesko, Wien 13

Liebe Sylvia, ich konnte mich für Sie bei Österreichs begabtesten Medienkritikern schlau machen. Nach deren Beurteilung sind beide Senderformen rechtlich, denn beide sind Institutionen des Rechtsstaats. Die einen sind als Privateigentum Einzelpersonen oder juristischen Personen verantwortlich, die anderen der Öffentlichkeit, also uns allen. Hinter privaten Sendern steht im Regelfall das Interesse des einzelnen Eigentümers (Kohle machen, politisch indoktrinieren und Ähnliches), öffentlich-rechtliche Sender sollten im Idealfall dem öffentlichen Interesse verpflichtet sein, was immer auch "öffentliches Interesse" sein mag.

Liebe Frau Andrea, die Hintergrundmusik zum ORF-Spot "Kultur ist ..." geht mir nicht aus den Ohren. Und es ist schon mehr als dreißig Minuten her, dass ich sie gehört habe, wiewohl es nicht zum Vorsummen am Virgin-Schalter reichen wird. Können sie mir weiterhelfen und die Interpreten dieses Musikstücks nennen? Mit dankbaren Grüßen, Robert Zöchling, Internet

Lieber Robert, klar kann ich weiterhelfen. Die Musik heißt "Rose Rouge" und ist Track 1 der CD "St. Germain Tourist", erschienen auf Blue Note. Die Frauenstimme gehört Marlena Shaw und wurde von ihrer Aufnahme "Live at Montreux" gesampelt. Das Cover zeigt einen nebeligen Flusskai. Die berühmte, 1920 von Charles Lansieux fotografierte Szene trägt den Titel "Station du touriste St. Germain" und hängt im Pariser Musée Carnavalet. Mit "Rose Rouge" wurde übrigens auch ich infiziert, letzten September in einem französischen Bistro in Chicago.

Schreiben Sie Frau Andrea: dusl@falter.at; und besuchen Sie:


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