Jenseits der Stille

Extra | Maya McKechneay | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

Spielfilm "La Cage", "Bord de Mer" und "Gaichu": drei Filme, die ihre Bilder in Ruhe selbst erzählen lassen.  

Die meisten Filme, die das Jahr über unsere Kinosäle füllen, sind von einer Art inneren Angst getrieben. Sie fürchten, das Publikum könnte ihnen die Aufmerksamkeit entziehen, und so wagen sie nicht, einen Moment lang zur Ruhe zu kommen: Dauernd sind Bild und Ton damit beschäftigt, jene Intensität zu erzeugen, die das Mainstream-Kino bigger than life erscheinen lässt. Wir sind sie schon so gewöhnt, jene überplastisch verstärkte Welt, dass uns ein Film wie Alain Raousts "La Cage" in seiner Kargheit fast erschrecken könnte.

Am Anfang sind da einfach nur zwei Körper. Der eine - er gehört einem Mann um die Fünfzig - steht auf einer Terrasse, hoch über einem Tal. Er ist nackt und die Sonne scheint auf seinen Rücken, während er langsam die Arme vom Körper spreizt. Der zweite Körper ist der einer jungen Frau: sie liegt im Bett, die Arme hinter dem Kopf verschränkt


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