Willkommen und Abschied

Extra | Peter Nau | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

Tribute Eine Begegnung mit Jürgen Böttcher (Strawalde), dem Maler und lyrischen Chronisten unter den großen Dokumentarfilmern des ehemaligen Osten.  

Ein Spätnachmittag im August. Staubige Hitze am S-Bahnhof Berlin-Karlshorst und an der ramponierten Trabrennbahn nebenan. Kaum jedoch habe ich die lärmende Ausfallstraße überquert, da empfängt mich ein wunderbar schattiges, träumerisch ruhendes Viertel, dessen Straßen nach Hohenzollern-Prinzen benannt sind. Der verblichene Charme einer Sommerfrische, die schon bessere Tage gesehen hat, geht von diesem Prinzen-Viertel aus. Es ist nicht mehr das wirkliche Leben, das mich hier umfängt, aber so ganz diese geheime Regsamkeit, die in alten Dingen ruht, diese unfassbare Sprache, beredter in ihren stummen Gesten als die Stimmen der vielen.

An einer der rechteckig angeordneten, kopfsteingepflasterten Alleen, die sich im niedrigen Gehölz der Wuhlheide verlieren, leuchtet ockergelb - hinter dem dunklen Immergrün zweier Eiben, die aus dem


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige