VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

... warnte der "Arbeitskreis Maria-Hilf" vor "Verlust der Wohnqualität" im 6. Bezirk.

Der sechste Bezirk, Mariahilf. Fehlbestand an Grünflächen, gesichtslose Neubauten, Grundstücksspekulation. Verkehrschaos. Die erste Hausbesetzung (Windmühlgasse) und das erste "Leihhaus" (Spakowskygasse) hat es dort gegeben. "Was ist los in Mariahilf?" Ab Anfang Oktober wird diese Frage 26 Breschen in die bunten Lagermauern des Konsumerismus, die Plakatwände, schlagen. Auf 26 Acht-Bogen-Plakaten versucht der "Arbeitskreis Maria-Hilf" die Bewohner des Bezirks auf Auswirkungen aufmerksam zu machen, welche die Veränderungen des Bezirks auf eben jene Bewohner hat und haben wird: Der Naschmarkt eine Schnellstraße (sein Abbruch ist seit 1978 nur sistiert? Die Denzelgründe eine Betonfläche? Des Sanierungsgebiet Gumpendorf Kallingerland? Das Semperdepot Hochgarage? Mischek Bezirksvorsteher! Im Verlauf der Plakataktion (finanziert vom Kulturamt) erscheint ein Katalog (erhältlich in den Buchhandlungen des 1. und 6. Bezirks) zu den Problemen: Entwicklung von "Vorstadt" zu "Innenstadt", Zerstörung traditioneller Elemente, fortschreitende Funktionsentmischung, Verlust der Infrastruktur, der Wohnqualität, der Fassadengestaltung. Freiräume, Grünräume; Einfluss auf das Stadtklima, Spielplatzkonzepte, Fußwege, Radwege. "Wir forden: Auch wenn der Nicht-Warenbesitzer das Bedürfnis hat, sich mitzuteilen, muss er es realisieren dürfen! Das Gesetz geht gegen einzelne Versuche vor, oder steht jedenfalls gegen sie, die Front der Warenanpreisung aufzusprengen. Wir fordern: Hört auf mit den kleinen und großen Schikanen! Befreit die Plakate! Macht aus Reklameflächen Flächen der Kommunikation!"


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