Frank

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Über die postdemokratische Figur Frank Stronach und ihre Wirkung auf das weiche Österreich. 

Am Anfang erschien er uns wie ein etwas merkwürdiger Sektenführer. Seine gütig verhuschte Art, das Deutsch der Ausgewanderten zu sprechen, seine Erfolgsgeschichte und sein mildes, rotbackiges Gesicht nahmen ihn für uns ein. Von Strohsack zu Stronach und zurück in ein paar Milliarden Dollar, das hatte was. Als der geborene Steirer und gelernte Automechaniker Franz Strohsack als Austro-Kanadier und milliardenschwerer Konzernboss Frank Stronach in seine Heimat zurückkehrte, machte er von Anfang an klar, wofür er stand. Frank stand für die goldene Regel. Er erklärte sie gerne: Wer das Gold hat, macht die Regel. Regelrecht günstig bekam Onkel Frank danach die eine oder andere österreichische Fabrik, er schuf und erhielt (und vernichtete) Arbeitsplätze, wie es ihm gefiel. Als er die Betriebsräte abschaffte, murrte die Gewerkschaft kurz, ehe sie nachhaltig schwieg.


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