STANDPUNKT: Gfrett im Kabinett?

Politik | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

Seit zweieinhalb Jahren prahlen die Roten mit ihrem "Kabinett des Lichts", das sofort - und natürlich oberirdisch - zur Angelobung am Ballhausplatz schreiten könnte. Bislang hat sich zu einem potenziellen Kabinett Gusenbauer allerdings nur einer bekannt: UNO-Botschafter Wolfgang Petritsch kandidiert als Erster auf der Wiener Liste dezidiert fürs Außenamt. In News verriet der SPÖ-Chef nun, dass auch Andersfarbige wie der ehemalige Liberale Hans Peter Haselsteiner "ein Reformprojekt mittragen" könnten. Haselsteiner etwa als neuer Infrastrukturminister. Hoppla! Seit dem ersten Tag in der Opposition schimpfen die Sozis doch, dass Haiders Exanwalt Dieter Böhmdorfer als Justizminister völlig deplatziert sei. "Unvereinbar!", riefen sie, "schiefe Optik!" Oft zu Recht. Und nun wollen sie den Strabag-Chef höchstpersönlich, mittlerweile einer der größten Baulöwen Europas, in das Ministerium am Stubenring hieven, das - nur zur Erinnerung - für Straßenbau, die Erhaltung der Autobahnen und des Schienenverkehrs zuständig ist? Nix "unvereinbar"? Oder "schiefe Optik"? Übrigens: In der Affäre um das Baukartell, die der Grüne Peter Pilz aufdeckte, sind namhafte Manager von Baufirmen in erster Instanz verurteilt worden. Einige davon arbeiten noch immer. Oder schon wieder. Auch für den Infrastrukturminister in spe. N. W.


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