DOLM DER WOCHE: Thomas Klestil

Politik | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

Sauertöpfisch blickte er drein, der Herr Präsident: Als Thomas Klestil im Februar 2000 die rechtslastige schwarz-blaue Regierung angelobte, spielte er das politisch korrekte Sensibelchen. Nicht angegrantelt hat Klestil hingegen Gianfranco Fini. Im Gegenteil: Dem italienischen Vizekanzler und Chef der postfaschistischen Alleanza Nazionale heftete er das "Große goldene Ehrenzeichen am Bande" an die Brust. Die hohe Auszeichnung präsentierte Fini dann stolz im zweisprachigen Bozen, wo er erfolgreich die Kampagne für die Rückbenennung des Bozener "Friedensplatzes" in "Siegesplatz" anheizte. "Holen wir uns die Stadt zurück", donnerte Fini in die Menge vor Mussolinis Triumphpforte des Faschismus. Vielleicht findet Fini einmal einen Anlass, sich ordensmäßig zu revanchieren. Klestil könnte dafür etwa dem Rathausplatz seinen "alten" Namen zurückgeben: Adolf-Hitler-Platz.


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