Alfred ante portas

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

SPÖ. Seit 35 Jahren träumt Alfred Gusenbauer davon, Bundeskanzler zu werden. Mit einer Tournee durch die Provinz, Polaroids für die Pensionisten, Versprechen an die Verleger, Werben um die Wirtschaft und Hände schütteln bis zum Umfallen will der rote Spitzenkandidat seine Chance am 24. November nützen - jetzt oder nie. 

Alfred Gusenbauer ist "freundlich, sehr ehrgeizig, gepaart mit gesundem Egoismus, und ein flotter Arbeiter". Das sind nicht die Phrasen eines roten Pressesprechers, diese Zeilen schrieb der Direktor der Volksschule von Ybbs dem "willigen Kind" zum Abschied feinsäuberlich in Lateinschrift ins Schülerstammblatt, damit der Sohn eines Bauarbeiters und einer Putzfrau nach Wieselburg aufs Gymnasium gehen durfte.

  Fleiß und gesunden Egoismus bewies er damals auch beim Ministrieren: Gusenbauer war als einziger Messdiener bereit, jeden Samstagabend ins Altersheim zu pilgern - weil die alten Damen ihm dort Extrataschengeld zusteckten. Für jede Messe, jedes Begräbnis,


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