Wie böse ist Strasser?

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

ASYL. Die Chefin des UN-Flüchtlingshochkommissariates, Karola Paul , über die Asylpolitik des Innenministers.

Innenminister Ernst Strasser, ÖVP, warnte: "Sieben Millionen Österreicher könnten bald rund 15 Millionen Indern und 20 Millionen Chinesen gegenüberstehen". Es befänden sich viel zu viele Wirtschaftsflüchtlinge im Land, denen man falsche Versprechungen mache und die hier jahrelang leben könnten. Per Weisung setzte Strasser deshalb über Nacht Hunderte Asylwerber auf die Straße und strich ihnen die Bundesbetreuung. Gleichzeitig kündigte er an, Asylverfahren schneller gestalten zu wollen. Die Opposition, NGOs, amnesty international und vor allem das UN-Flüchtlingshochkommissariat protestierten gegen das Vorgehen. Die Kritik am Minister reichte von "rechtsstaatlich skandalös" (amnesty), "unmenschlich" (Caritas) bis "wenig hilfreich" (UNHCR). Aus Brüssel ließ die EU-Kommission hingegen verlauten, dass sich Österreich EU-konform verhalte. Die Kritiker fordern, allen Asylwerbern


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