PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

Alte Damen müssen nicht "Rubens-Oma" heißen, um von rasenden Chronikreportern aufgespürt und interviewt zu werden. Ein schlichtes "Knödel-Oma" reicht manchmal auch schon. Denn Lokalzeitungen räumen, wie der Name schon sagt, dem Lokalteil viele Seiten ein. Das ist ja das Schöne an ihnen. So berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten am Freitag ausführlich über "Kokosbusserln im Hals: Frau gerettet" und "passend zum heutigen Welttierschutztag": "Katze vom Kamin gerettet". Samt Fotos der beiden Retter selbstverständlich. Den meisten Platz widmeten die "Landes Nachrichten" aber einer Frau namens "Oma". Reißerische Einstiegsfrage der OÖN: "Schmecken Ihre Zwetschkenknödel nicht?" Was mag da passiert sein Oma: "Sebastian wollte Schoko, da hab ich ihm gesagt: Es gibt Knödel! Aus, basta!" Daraufhin rief der vierjährige Bub die Polizei an und beschwerte sich über die Knödel. Der Reporter lässt nicht locker: "Haben Sie bemerkt, dass er die Polizei rief?". Oder: "Warum hat sich Sebastian überhaupt getraut, die Polizei zu rufen?" Letzte, investigative Frage: "Hat Sebastian die Zwetschkenknödel gegessen?" Ja.


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