WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

Wo gehobelt wird, gibts Gemüse

In der Galeria Kaufhof werden Armani, Boss oder Versace trickreich feilgeboten. Deren weit ausgebreitete Arme heißen in Frankfurt "Zeil", sind ansonsten aber von denselben typischen Symptomen der Hautkrankheit aller anderen, ursprünglich ja deutschen Fußgängerzonen gezeichnet: akkurat geschnittene Schuppen der Granitflechte, maligne wuchernde Buden fettvoller Ausdünstung, ekelerregende Kandelaber, unmotiviert aufbrechende Pusteln auswurfgrüner Bodendecker, massenhafter Befall durch blindwütende, in konvulsivischen Eruptionen aus dem subkutanen hervorbrechende Allesfresser, parasitäre Vertreter revolutionärer Gemüsehobeln.

Der Standard bespricht eine Kunstausstellung in der Frankfurter Schirn.

Wo Krise ist, ist auch Aquarell

Die Geschichte einer erkaltenden Liebe in politisch unsicheren Zeiten, assoziativ mit dem Krieg auf dem Balkan verbunden, bahnt sich ihre Wege durch ein Geflecht zart aquarellierter Alltagslebenskrisenbilder und (sprach-)philosophischer Seitenlinien.

Berichtet profil über Paul Divjaks Erzählung "schattenfuge".

Notwendige Klarstellung

Wenn man Nguyen Le Gitarre spielen hört, glaubt man, ihm sei das Instrument in die Wiege gelegt worden. War natürlich nicht so (welche Mutter legt ihrem Baby schon eine Gitarre - womöglich noch eine E-Gitarre - ins Gitterbett?).

Die Jazzzeit sagt, was Sache ist.

Viva las Suadas!

Doch die Suadas aus Unflat und Bösartigkeit unter spanischer Sonne, Stierkampf der Wörter eines Mafiamatadors mit dem bulligen Trotz seines Ex-Gefolgsmanns, faszinieren immer wieder. (...) Sangria aus eiskaltem Kalkül, heißer Wut, kühlem Understatement sowie sonnigem (und noch dazu schwarzem) Humor.

Rudolf John über "Sexy Beast".


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