Delusion and Confusion

GERHARD STÖGER | Kultur | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

MUSIK. Daniel Johnston ist eine der großen Kultfiguren der amerikanischen Independent-Szene. Jetzt kommt der außergewöhnliche Songwriter erstmals live nach Wien. 

Sein liebster Comiczeichner ist zwar Jack Kirby, der Erfinder von "Captain America"; doch auch Robert Crumb (siehe Seite 70) liegt in Daniel Johnstons Gunst ganz vorne. Wie der Schöpfer von "Fritz the Cat" ist auch Johnston als Comiczeichner und Musiker tätig; im Gegensatz zu Crumb legt der 41-jährige Texaner den Fokus aber auf die Musik und wurde so zu einer Vaterfigur der amerikanischen Homerecording- und Lo-Fi-Szene.

  Johnston verkörperte diese Kultur Anfang der Achtziger in Extremform: Seine Musik war jahrelang ausschließlich auf Tape erhältlich; aufgenommen hatte sie der Beatles-Fanatiker mit Kinderinstrumenten und einem billigen Kassettenrecorder. Neben "echten" Instrumenten, Schallplatten und CDs folgten später auch diverse Indie-Rock-Aufnahmen, die die ruhigen Soloarbeiten um eine krachigere Interpretation

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