Luxus der Strenge

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

DESIGN. Eine Ausstellung stellt Mies van der Rohes Gebäude anhand von dessen Möbelentwürfen vor. 

Kann man im Haus Tugendhat wohnen?", fragte der Architekturkritiker Justus Bier 1931 polemisch über die gewagt moderne Villa, die Ludwig Mies van der Rohe ein Jahr zuvor im tschechischen Brno fertig gestellt hatte. Bier kritisierte die Übertragung von Mies van der Rohes Bauprinzip des deutschen Pavillons zur Weltausstellung in Barcelona auf ein Wohnhaus: Ein Eisengerüstbau mit Glasfront schien dem Kritiker der "Pathetik" einem Repräsentationsgebäude angemessen, nicht jedoch einem Familienheim. Zudem griff Bier Mies' autoritäres Gestaltungskonzept an, das die genaue Position der Einrichtung festlegte. Eine Schau des Vitra Design Museums zeigt nun im Kaiserlichen Hofmobiliendepot einige der Möbel, die die Tugendhats nicht verrücken durften, und stellt Mies van der Rohes wichtigste europäische Bauten anhand von dessen Design vor.

  Die sehr reduzierte Wanderausstellung "Mies van


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