PHETTBERGS PREDIGTDIENST: Fortsetzung

Stadtleben | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

Ja, und das ist aber alles noch gar nichts, dann betritt Buck, der Streuner aus Deutschland, blond und ungewaschen und herzensgut und durchtrieben, wie jeder gute Freund sein sollte, den Film. Und der Hader durchsucht seine Taschen, von der liebreizenden Bösartigkeit Bucks ermutigt, und entdeckt, dass der seiner Befreierin auch über den Weg gelaufen sein muss, denn er hat den Filofax von ihr geklaut. Denn Buck klaut alles aus Vorsorge. Aber alle lieben ihn. Ich habe so eine Figur noch nie erlebt in einem Film. Und ich sitze im Boudoir der Dusl, die ihn anstachelte und irgendwoher geschleppt hat. Das alles muss also auch in der Dusl stecken. Und wir können nicht einfach weinen, und alles wäre anders.

  Woher hat die Dusl diese Kraft, den Josef Hader so beruhigt zu haben, dass er, wiewohl Österreicher, trotzdem wer ist und nicht outrieren muss. Sondern sich einfach nicht anstrengen beim Filmen. Faul sein, im Falter gelernt.

  Wenn ich daran zu denken begänne, wie viel Arbeit das war, krieg ich die Panik. Dies als ultimative Hausaufgabe, alle die dies lesen, müssen ihn sich anschauen. Andrea Maria Dusl, ich verbeuge mich, dass du dich mit mir abgibst. Wollen wir nie wieder voreinander Angst haben?

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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