Elite und Establishment

Extra | JÖRG MAGENAU | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

VERLEGER-BIOGRAFIE. Peter Michalzik erzählt in seiner von Suhrkamp beanstandeten Biografie das Leben Siegfried Unselds als Vater-Sohn-Drama eines Mannes, der mehr sein will, als er ist. 

Ludwig Pilgrim ist tot. Der große Verleger in Martin Walsers umstrittenem Roman "Tod eines Kritikers" starb sang- und klanglos als Nebenfigur. Manche Kritiker wollten in dieser Gestalt den realen Siegfried Unseld erkannt haben und fanden dieses Spiel Walsers besonders geschmacklos. Denn Unseld war, als der Roman erschien, schwer erkrankt und konnte sich zur Debatte nicht äußern. Dass es nur wenig Gemeinsamkeiten zwischen Ludwig Pilgrim und Siegfried Unseld gibt, störte die Kombattanten ebenso wenig wie die Tatsache, dass Walser seinen Roman schon vor der Erkrankung Unselds beendet hatte. Unseld habe den Text als Erster gelesen und ihn als "Meisterwerk" bezeichnet, beteuerte Walser. Unseld habe Einwände gehabt, munkelten andere. Der Journalist Peter Michalzik schließt sich nun der zweiten Lesart


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