Tod eines Kritikers

Extra | WENDELIN SCHMIDT-DENGLER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

MORD AUF DER BUCHMESSE. Bodo Kirchhoffs rasanter "Schundroman" stellt den Literaturbetrieb auf elegante Weise bloß. 

Kinds are the very life of art", hatte Henry James verkündet, und wenn uns da jemand einen Roman unter dem Titel "Schundroman" verkaufen will, so möchte er offenkundig der Literatur durch die bizarre Wahl des Genres ein Lebenselixier zuführen. Und das gelingt, auch wenn das Ansinnen, dem Publikum einen "Schundroman" zuzumuten, nicht ganz frei von Chuzpe ist. Alles ist da drinnen, was man sich von einem solchen Titel erwarten darf: Sex and Crime in einer Dosierung, die die Grenzen des guten Geschmacks doch um einiges überschreitet, vor allem aber Spannung, die bis zum Ende nicht nachlassen darf, und dann doch auch ein Ende, das einige der Protagonisten, so sie ihr Leben nicht lassen mussten, in Liebe zusammenführt.

  Man kann im Falle von Bodo Kirchhoffs neuestem Buch von einer Übererfüllung dieser Kriterien sprechen, sodass der Verdacht, er wolle damit das Genre


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