117 Kilo Liebesunglück

Extra | STEFAN ENDER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

JUGEND. Karen Duves "Dies ist kein Liebeslied", in dem Nahrhungsaufnahme eine große Rolle spielt, ist so etwas wie "Generation Golf" in Romanform. 

Mit sieben Jahren schwor ich, niemals zu lieben. Mit achtzehn tat ich es trotzdem. Es war so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Es war demütigend, schmerzhaft und völlig außerhalb meiner Kontrolle. Ich wurde nicht wiedergeliebt; es gab nichts, was ich tun konnte, um das zu ändern, und bei dem Versuch, selber nicht mehr zu lieben, wurde ich verrückt. (...) Eines Tages, genauer gesagt am Donnerstag, den 20. Juni 1996, beschloss ich, dass die Sache ein Ende haben müsste, ein schlimmes oder eines, das ich mir nicht vorstellen konnte. Und ich ging in ein Reisebüro und kaufte mir einen Flugschein nach London, wie sich andere Leute einen Strick kaufen."

  Das Unglück gehört zum Duve'schen Protagonistendasein wie der Sabberfaden zum Nachtschlaf: Es ist willentlich kaum vermeidbar. Schon in der Titelgeschichte ihres 1999 bei Suhrkamp erschienenen


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