Verzweifelt und luftig

Extra | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

POSTHUM. Im Februar nahm sich Aglaja Veteranyi das Leben. Ihr nun erschienener Roman "Das Regal der letzten Atemzüge" erzählt von den Höhen und Tiefen einer unsteten Existenz. 

Als sich im Februar die Nachricht vom Tod der Schriftstellerin Aglaja Veteranyi verbreitete, stand die Literaturszene unter Schock. Eine Autorin hatte sich das Leben genommen, von der man gehofft hatte, sie könnte frischen Wind in die deutschsprachige Prosa bringen. Veteranyis Blitzkarriere hatte vor vier Jahren mit der Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb begonnen. Schon vor der Veröffentlichung ihres Debüts "Warum das Kind in der Polenta kocht" (1999) hatte sie eine ganze Reihe Preise und Stipendien eingeheimst. Jeder ihrer oft nur eine Viertelseite langen Kurztexte und Romanabschnitte: eine keineswegs oberflächliche, subtil choreographierte Clownsnummer.

  Geboren wurde Aglaja Veteranyi 1962 in Bukarest als Kind einer vagierenden Artistenfamilie. Ständige Reisen prägten ihre Kindheit. Eine Schule


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