Im Namen des Stiefsohnes

Extra | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

RELIGION. Nikolaus Glattauer zeigt die Heilige Familie als zerstrittenen Haufen, Norbert Silberbauer das bigotte Personal einer katholisch geprägten Kleinstadt. 

Wenn es in Büchern um Religion geht, ist schnell Schluss mit lustig. Ein geradezu biblisches Gezeter hebt an, und das laute Für und Wider trübt den Blick aufs Wesentliche - das Buch selbst. Oder kann sich noch jemand erinnern, was an Gerhard Haderers Cartoons über das Leben Jesu wirklich dran war? Nun appellieren wiederum zwei österreichische Autoren - übrigens beide 43 Jahre alt und von Beruf Lehrer - an religiöse Gefühle.

  Stoff für Empörung bietet Nikolaus Glattauers Debüt "Jakobus, Stiefsohn Gottes", in dem die Heilige Familie als ziemlich zerbröselt dargestellt wird. Vater Josef, mürrisch und stumm, verlässt als Erster die desolate Sippschaft. Mutter Maria, ein kaltherziges Weib, ist mit ihrem widerborstigen Sohn Jesus heillos überfordert, dieser kneift aufgrund einer Sehschwäche immer die Augen zusammen


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