Ein Herz wie ein Bergwerk

Extra | STEFAN ENDER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

PUBERTÄT. Arno Geigers Roman "Schöne Freunde" ist vermutlich eine Parabel vom Erwachsenwerden. 

Arno Geigers Texte waren immer schon tendenziell dem Unheutigen, weil kunstvoll Gemachten verhaftet. Die Handlung seines zweiten Romans "Irrlichterloh" etwa ist zwar eindeutig im fiktionalen Hier und Jetzt situiert, sprachlich möchte man die Geschichte aber in einem zeitlichen Niemandsland ansiedeln. Der Textkörper ist mit Akkuratesse und Detailgenauigkeit zurechtgeschnitzt, das ja; ihm ist eine präzise, feinpoetische Bildhaltigkeit eigen, auch das ... Aber so richtig warm wurde man mit Geigers Sprache nicht.

  Dankenswerterweise situiert Arno Geiger seinen dritten Roman, er hat ihn mit "Schöne Freunde" betitelt, in einem zeitlosen, traumhaft-traumatischen Raum. Der Icherzähler ist ein Junge, der eingangs der Geschichte am Haupttor eines Bergwerks steht, um jenes bei Bedarf zu schließen und zu öffnen. Sein ständiger Begleitet ist ein stummer Akkordeonspieler. Die Handlung: Nach einem


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