Die innere Sicherheit

Extra | KARIN CERNY | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

MADE IN USA. Terroristenporträt, Teenagergeschichte und noch viel mehr: Jennifer Egans Roman "Look at Me" zeigt ein Amerika der Außenseiter, die auf der Suche nach sich selbst sind. 

Manchmal passiert es, dass die Realität jede noch so kühne Fiktion überholt. Als die amerikanische Erzählerin Jennifer Egan 1995 mit der Arbeit an ihrem jüngsten, über 500 Seiten starken Roman "Look at Me" begonnen hatte, schien ihr die Idee, dass sich ganz gewöhnliche Menschen im Internet rund um die Uhr bei ihrem Leben beobachten lassen, noch fiktiv und satirisch zugespitzt. Wenige Jahre später musste Egan in einem Interview resigniert feststellen: "Jetzt wirkt das Ganze weder lustig noch verrückt, es liest sich heute wie ein sozialer Kommentar."

  Als irritierend aktuell stellte sich nach den Anschlägen auf das World Trade Center im letzten Jahr hingegen ein anderer Erzählstrang heraus. Bei Egan geistert ein gewisser Z., ein fundamentalistischer Schläfer, durch die Geschichte und wechselt


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