Das Blaue vom Himmel

SEBASTIAN FASTHUBER | Extra | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

MADE IN USA. Michael Chabon erweist sich mit seinem panoramaartig angelegten Romanungetüm "Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay" als außergewöhnliches Erzähltalent. 

Auf der breiten Betonbrüstung des 86. Stocks balancierte wie eine helle, zackige, in die Wolken geschlagene Kerbe ein lächelnder Mann mit einer Maske und einem Anzug in Indigo und Gold. (...) Die breite Brust war umgürtet mit einem schmalen Band, das in Tausenden winziger Knoten unter den Achselhöhlen hindurchgeschlungen und dann ungefähr sieben Meter über der Promenade an der Stahlspitze des schmückenden Sonnenstrahls festgemacht war, der vom Dach des Aussichtsrestaurants in die Höhe ragte. Der Mann zog an dem geknoteten Band, und es ertönte ein tiefes Dis. Er gab ihnen eine Vorstellung, den Kindern und den Polizisten, die sich zu seinen Füßen versammelt hatten, die ihn bedrohten, umschmeichelten und anflehten, wieder herunterzuklettern. (...) ,Ihr werdet es sehen!' rief er. ,Der Mensch kann fliegen.'"

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