Europa ist eine Insel

Extra | CHRISTIAN ZILLNER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

DOWN UNDER. Richard Flanagans erstaunlicher Roman "Goulds Buch der Fische" führt in die Unwirtlichkeit einer australischen Sträflingskolonie, um den europäischen Literaturkanon aufzumischen. 

Das Erste, was einem an Richard Flanagans Roman "Goulds Buch der Fische" auffällt, ist die von Kapitel zu Kapitel wechselnde Farbe der Schrift: "Der Mann schrieb farbig, ja ich habe den Verdacht, er fühlte farbig", erklärt zu Beginn ein Antiquitätenhändler, der Goulds Buch in einem Antiquariat aufstöbert. Dergleichen weckt Assoziationen: Da gab es doch einmal einen in farbiger Schrift gesetzten Erfolgsroman namens "Die unendliche Geschichte"? Und Typen, die zufällig geheimnisvolle Bücher entdecken, sind eine der wichtigsten Topoi des postmodernen Romans. Was geht hier vor?

  Im ersten Kapitel seines Buches erzählt Gould, dass ihm das Wasser buchstäblich bis zum Halse reicht: In seiner Zelle, in die der Maler und Fälscher um 1828 auf einer Sträflingsinsel vor Tasmanien geworfen wurde,


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