Fado, Frauen und Voyeure

Extra | EDGAR SCHÜTZ | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

SCHREIBEN & LEBEN. "Die merkwürdigen Zufälle des Lebens": Der Katalane Enrique Vila Matas denkt über die Gemeinsamkeiten zwischen Schriftstellern und Spionen nach. 

Das Leben ist kein Honigschlecken für den in Barcelona lebenden Schriftsteller Marcelino, obwohl auf den ersten Blick doch alles darauf hindeutet. Mit der Gabe versehen, vom Verfassen "realistischer Romane" leben zu können, bleibt ihm offenbar viel Zeit, über dieses Leben nachzudenken. Beim Entleeren der Blase etwa hat er das Gefühl, "am natürlichen Lebensfluss beteiligt" zu sein. "An dem Tag spülte ich, wie schon oft, noch bevor ich fertig war, und sah fasziniert zu, wie Wasser und Urin sich vermischten, ein schöpferischer Akt wie die Erschaffung der Welt oder das Romanschreiben."

  Den Kontrapunkt setzt Gattin Carmina, eine "Frau fürs ganze Leben", wie sie selber sagt, loyal, treu und derart verständnisvoll für den schöpferischen Drang ihres Mannes, dass sie ihre Tage arbeitsam in einem Sekretariat verbringt.


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